ALLONS CHEVAUX!
FRANZÖSISCHE PFERDESTÄRKEN EROBERN DIE STRAßE
Jeder kennt sie, jeder liebt sie. Die kleinen Flitzer, mit denen die Franzosen in den 60er Jahren die Straßen Europas eroberten.
Das Ch-Team (chevaux-vapeur) ist ein kleiner Fanclub der kultigen französischen Kleinwagen. Wir treffen uns regelmäßig mit unseren R4, 2 CV & Co. zu Spritztouren durch Frankreich und ganz Europa, veranstalten Ententreffen und Rallyes und pflegen Kontakte zu Entenbesitzern und Cremeschnittchen-Liebhabern auf der ganzen Welt.
Doch bevor wir über unsere Abenteuer auf 2 oder 4 Pferdestärken berichten, wollen wir euch kurz erklären, warum wir uns gerade für die französischen Kultautos so begeistern:
Unter dem Namen „Ente“ bekannt, ist der Citroen 2 CV wahrscheinlich das kultigste Auto der Franzosen. Aber auch Renault mit seinem R4 oder der Peugeot 206 CC sind Fahrzeuge, die bei Autoliebhabern hoch im Kurs stehen. Nach dem Motto „Ich will Spaß“ haben die frechen Kleinwagen das Autofahren revolutioniert. Mit genügend PS unter der Haube, guter Geländefähigkeit und Wendigkeit hatten (und haben) sie nicht nur im Stadtverkehr ihre Vorteile gegenüber schwerfälligeren Limousinen.
Durch ihre niedrigen Anschaffungspreise und geringen Haltungskosten konnten sich vor allem junge Leute schneller einen eigenen Wagen leisten. Deshalb galt (und gilt) man als 2 CV oder R4-Fahrer nicht etwa als armer Kleinwagenfahrer, sondern eher als jung, kreativ und unternehmungslustig; und da die „Ente“ auch schnell zum typischen Studentenauto avancierte, sogar als intelligent oder rebellisch. Man pflegte zu seinem Wagen nicht mehr dieses respektvolle Verhältnis, wie es einem Statussymbol zukommt, sondern bedachte es liebevoll mit Kosenamen: der Renault 4 wurde zum „Cremeschnittchen“, der Citroen 2 CV zur „Ente“ und der Citroen Traction Avant zur „Gangsterlimousine“.
Aufgrund des überraschenden Erfolgs, brachten die französischen Autohersteller auch Luxusausführungen dieser lustigen Kleinwagen heraus, die trotz ihrer leistungsstärkeren Motoren und vielen Extras keinen großen Erfolg hatten. Man konnte die spritzigen und frechen Flitzer einfach nicht mit bourgeoiser Bequemlichkeit vereinen. Es reichte aus, wenn man mit bis zu 110 km/h durch die Stadt oder über die Landstraßen flitzen, das Faltdach wie ein Plissee öffnen und das Radio auf volle Lautstärke drehen konnte.
Und so fahren wir auch heute noch mit unseren Enten durch die Straßen und verursachen wahrscheinlich mehr gute Laune und lächelnde Gesichter als die besten Komiker der Welt.